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Reisebericht 1945

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Reisebericht 1945

BERICHT
über die Turnfahrt der Männerriege
des Turnvereins Thayngen
vom 13. Mai 1945.

Am 8. Mai hiess es hienieden
In Europa herrscht jetzt wieder Frieden.
Trotzdem der «Pulver» war noch rar,
Beschloss die Männerriegenschar,
Dem Thurgau mit den Mostmulatten
Ein Freundschaftsbesüchlein abzustatten.
Fritz unser Rlegenpräsident
War ausschlaggebend im Moment,
Neuwilen werde Reiseziel.
An Schönem sehe man dort viel,
An Prächtigem ein Überfluss
Das Wandern werde zum Genuss.
Auf Thurgaus schönen, grünen Höhn
Gibts Berge und den See zu sehn.
So wird der Thurgau hoch gepriesen
Von Blütenpracht mit grünen Wiesen.
Zuletzt ist alles eingestiegen,
Sonst hätte Fritz wohl nicht geschwiegen.
Ein jeder denkt da will ich gehn,
Neuwilen muss ich auch mal sehn.
  Kurzum, am Sonntag-Morgen früh
Da hatte man schon ziemlich Müh,
Die angeschwirrten Turngesellen
Genau der Zahl nach festzustellen.
Denn mit der Bahn und auch per Schiff
Reist man am billigsten kollektiv.
Auf fünfzig lautet der Appell
Darob erstrahlt der Präsi hell
Er betastet seine kahle Glatze
Ob nicht schon etwas Haar nachwachse.
Beglückt sieht er die Reiseware
Worunter gleich neun Ehepaare.
Bemustert wird der Robert Stamm
Der ohne Kompass führen kann.
Ein jeder weiss, wenn er nicht fehlt,
So geht die Sache nicht gefehlt.
Der Grundbuch-Hans benimmt sich still
Der wieder Bilder machen will.
Ein anderer war besonders schlau,
Er schickte uns sein Kind mit Frau

Die Wanderung hatte er gemieden,
Er gehe lieber in den «Frieden».
Die Wanderung hatte er gemieden,
Er gehe lieber in den «Frieden».
Und auch der liebe Bäcker Walter
Will nicht soweit in seinem Alter.
Gern schiesst er seinem Konditor
Eine Note von hundert Franken vor.
Am meisten hat wohl unbestritten,
Ogg's Garten heute früh gelitten,
Denn um die Turner auszuschmücken,
Muss Jean gar viele Blumen pflücken.
Zur Abfahrt steht der Zug bereit
Derweil ein Mann die Kelle zeigt.
Die dreckbeschmutzte D R B
Bringt uns recht rasch zur SB B.
Zum Schalter muss der Adolf laufen
Und den bestellten Frachtbrief kaufen.
Indessen wälzt sich jetzt der Strom
Vom 3. auf den 2. Perron,
  Wo im reservierten Bundeswagen
Wieder alle Platz gefunden haben.
Da bilden sich schon einige Gruppen,
Die sich im Lauf des Tag's entpuppen.
Der Zug führt uns beim Sonnenschein,
Zum Bodensee entlang dem Rhein.
Vergnügt raucht Keller Jakob Wolken,
Heut hat er eben nicht gemolken.
Er nahm sich heute keine Mühe,
Im Stall um seine sieben Kühe.
Und weiter hinten sitzen schlau,
Der Freihofwirt und Samuel Grau.
Sie loben fest und preisen sehr,
Abwechselnd ihren Albert Fehr,
Der ihnen auf Verlangen glatt
Jeweils Urlaub versprochen hat.
Auch der Uhrenmacher ist im Feuer,
Er erzählt gar manches Abenteuer,
Das er als braver Hilfssoldat
Im Kriege miterlebet hat.

Indessen ruft man Ermatingen,
Wo alle aus dem Wagen springen.
Bewundernd und recht ungezwungen,
Wird durch das ganze Dorf gedrungen.
Es liess sich alles friedlich an,
Bis einer mit dem Velo kam.
Die Durchfahrt fand er ganz gesperrt,
Weshalb der Mann das Maul aufzerrt,
Verärgert ruft er mit Beschwerde,
Ihr lauft wie eine Milchkuhherde.
Doch dies 1ässt uns in Seelenruh,
Wir steuern flugs dem Bellevue zu.
Gar schön liegt diese Verpflegungsstätte,
Ach, wenn es nur mehr solcher hätte.
Die Aussicht war auch hell und klar,
Mit einem Worte wunderbar.
Nach Konstanz, Kreuz- und Überlingen,
Den Höwen, Hohenstoffel, Klingen,
Das deutsche Ufer, die Mainau,
Das sieht man alles haargenau.
  Wie schön ist's hier! Der Krieg ist aus,
Der Franzos ist drüben jetzt zu Haus
Und während dessen sorgte jeder,
Für etwas Nasses für die Leber
und auch der leere Sonntagmagen,
Muss etwas zu verdauen haben.
Mahlzeiten-Coupons sind begehrt
Doch heut wird einfach abgezerrt,
Zu Hause steht der Fett-Topf leer,
Drum viel und fetten Haber her.
Der Most kommt heute stark zu Ehren,
Er soll nicht so die Verdauung stören,
Dies griff auch nicht den kleinen Mann
Den Geldsack in den Wurzeln an.
Indessen kamen unerwartet,
Gebrüder Schöni angestartet,
Zu führen uns mit sichrer Hand,
Durch unerforschtes Thurgauland.
Die Führer lenken unsere Schritte,
Ins Tobel in ein dicht Gestrüppe.

Die Damen schlagen in die Hände,
Sie früchten gar die steilen Wände.
Ist das die schöne Thurgaupracht
Welch Teufel hat die z'weg gemacht?
Die Fhrung glaubt sich selbst am Ende,
s' gibt Rückzug, eine kleine Wende,
Doch bald schickt einer sich schon an,
Zum Sprunge über den Jordan.
Von Frau und Mann wird unverzagt,
Der tolle Weitsprung auch gewagt.
Der Gärtner schon am andern Ort,
Sucht Steine und dergleichen dort,
Die er aus lauter Übermut,
Wirft In den Bach, dass spritzen tut.
Im Urwald sind wir mittendrin,
Kein Sonnenstrahl dringt da mehr hin.
Es ist zwar kühl und angenehm,
Für's Auge gibt's nicht viel zu sehn.
Die Führung kommt jetzt stark fn Schuss,
Man merkt, sie hat den richt'gen Kurs.
  Doch immer, immer Wald und Wald,
Der Thurgau, der verleidet bald.
Man singt aus vollen Turnerkehlen,
Die man schon längstens sollte ölen.
Bis die von vielen Liedersummen,
Vor Trockenheit total verstummen.
Zwei Höfe liegen abseits versteckt,
Von wo es ländlich duftend schmeckt.
Nach wenigen Minuten dann,
Da kamen wir in Wäldi an.
Hier gabs gottlob zwei alte Villen,
Wo man den Durst rasch konnte stillen.
Der Präsi mit dem leeren Magen,
Der war privatseits eingeladen,
Er bekam dort etwas Blot und Tee
Und zudem Vitamine C
Ein Stück lässt er ohn lang Besinnen
In seinem Rocke noch verschwinden.
Ja, ja, wir wussten jetzt weswegen,
Ihm diese Route kam gelegen.

Nun aber vorwärts Kameraden,
Ihr werdet auch wohl Hunger haben.
Und weiter gehts durch Wald und Flur,
Von Neuwilen leider keine Spur.
Doch endlich geht der WaId auch aus,
Unweit da steht ja schon ein Haus.
Dahinter sah man, glaubt es doch,
Neuwilen und das Schwaderloch.
Damit der Einmarsch in die Stadt,
Auch etwas dicken Faden hat,
Wird Halt gemacht und gleich formiert,
Der Tambour war schon engagiert,
Die Damen kamen, dann die Knaben,
So will's der Präsi einfach haben.
Dem Riegenleitel wird gestattet,
Dass er am Schwanze auch nachwatet.
Jetzt kommt das Zeichen, bumm, bumm, bumm,
Der Trommler bringt den Zug in Schwung,
Und mächtig geht der ganze Haufen,
Dem Schwaderloch zu zugelaufen.
  Zur linken Seite, potz Sapperment,
Stolz schreitet Fritz der Präsident,
Der Aufmarsch hat zwar leicht gelitten,
Weil Fritz nicht uns voran geritten.
Im Dorf wal alles auf den Beinen,
Die Grossen bis zum letzten Kleinen.
Beim Gasthof Rössli hiess es Halt,
Ja, Fritz der hat uns in Gewalt,
Erst jetzt tut es uns allen tagen,
Da�wir drei Mann verlolen haben,
Der grosse lange Theodor
Und Beyeler Schuster senior.
Sie verloren in dem Tschungelwald,
Die Führung mit dem Haufen bald.
Der Bruder Schöni sucht wie wild,
Über die Richtung ist er nicht im Bild,
Er führte dann die armen Mannen,
Sechsmal im Kreise um zwei Tannen.
Da fehlte wieder Robert Stamm,
Der ohne Kompass führen kann.

Ihm wäee so was nicht passiert,
Mit ihm war man nie angeschmiert.
Ein Jauchzer gab den drei ganz Bleichen,
Das längst ersehnte Richtungszeichen.
Sie liefen ohne Unterlass
Und sind daher noch pudelnass
Trotzdem waren sie schon vor uns hier
und sassen hinter einem Bier.
Jetzt aber hiess es reinspaziert,
Die Tatel ist schon längst serviert.
Recht reichlich wurde aufgetragen,
Ja einige durften sich noch plagen,
Die Platten alle rein zu machen,
Da gab es wieder vtel zum Lachen.
Besonders jene Nimmersatten,
Die den Privattisch für sich hatten,
Nur Fleisch war ihnen angenehm.
Das Gemüse liessen sie dort stehn.
So ist's auf dieser bösen Welt,
Hier hat es viel, weil dort es fehlt.
  Kurzum, der Magen war zufrieden,
Ein Dessert ward ihm noch beschieden.
Ein Merengue war's, gross wie ein Brot,
Gar manchen trieb er fast in Tod.
Dazu vom Nassen noch ein Tropfen,
Vom Rebensaft und Bier von Hopfen.
Ja schliesslich reichte noch die Zeit,
Zu einem Jass mit Heiterkeit.
Ein Teil der freute sich am Sieg,
Der Andere aber, jener schwieg.
Wir sassen alle noch bei Tische,
Da fragte einer, wer will Fische?
's ist besser wenn die Turngesellen,
Auf vier Uhr diese jetzt bestellen.
In Gottlieben ist die Zeit bemessen,
Da ist es knapp zum Fische essen.
Ist alles jedoch schon bereit,
Dann haben wir genügend Zeit.
Der Glaser meint, wenn's Forellen gibt,
Da mache er natürlich mit.

Und wie ein Schuss aus einem Loch,
Da fliegen dreissig Hände hoch.
Ja Fische, also her damit,
Bis dann gibts wieder Appetit.
Der Preis Dreizwanzig ist gelind,
Wenn sie dann gut gebacken sind.
Jetzt aber auf von Euern Sitzen,
Jetzt heisst es wieder etwas schwitzen.
Die Rechnung wird hier noch beglichen,
Da wird nicht einfach abgeschlichen.
Denn unser Fritz kommt öfter her,
Da möcht' er keine Schulden mehr,
Die auf der schwarzen Tafel stehn,
Zu seinen Lasten er dort sehn.
Vorm Rössli wird ein Lied gesungen,
Zum Abschied 's hat noch schön geklungen.
Als Andenken an des Thurgaus Pracht,
Wird hier noch rasch ein Bild gemacht.
Dann wird, wie wir hier angeschwirrt,
In Kolonne wieder abmarschiert.
  Der Tambour Schöni klopft voran,
Und hinterher da gehen stramm,
Fritz Schöni mit den Lieben Seinen,
Der ganzen Männerriege Thayngen.
Kaum ist man aus dem Dorf hinaus,
Da hört auch schon der Tambour auf,
Er meint für den bezahlten Lohn,
Genüge seine Leistung schon.
Ein wirklich diffizil Problem,
Der Tambour, der blieb einfach stehn.
Der Mann ist nicht mehr ganz im Strumpf
Und Streik ist heute eben Trumpf.
Flitz aber kennt den Kamerad
Und bald tönt wieder Trommelsohlag.
Ja weit noch, bis zum Walde hin,
Muss er noch mit uns Turner ziehn.
Dort tritt er aus dem Glied heraus
Und will nun unbedingt nach Haus.
Wir dankten ihm, dem flotten Mann,
Dass er so weit noch mit uns kam.

Ein Lob gehört ihm noch zum Preise,
Dem Führer auf der Urwaldreise.
Jetzt geht's auf sohönem Waldesweg,
Entgegen unsern Landungssteg.
Die Führung hatte Robert Stamm,
Er zieht schon mächtig uns voran.
Bei seinem Tempo und grossem Schritt,
Da kamen nicht mehr alle mit.
Wir zogen durch das Land daher,
Wie das geschlagne deutsche Heer,
Dabei erschien uns unfassbar,
Wie die Gegend stark befestigt war.
Zu einem Punkte gelangten wir,
Da zählten wir der Werke vier
Und eines etwas weiter noch,
Mit Schussfeld fast ins gleiche Loch,
Wär da einmal der Krieg entbrannt,
Nicht mancher wäre weit gerannt,
Einst hütete man die Bunkertore,
Als waren darin Banktresore.
  Jetzt aber denkt kein Mensch mehr dran,
Dass man so was auch hüten kann.
Doch sieh mal hier, was ist denn los,
Da stehn wir ja vor einem Schloss
An wunderbarer Aussichtsstell,
Da liegt das schöne Schloss CasteIl
Und frei geht unser Turnverein,
Keck in den grossen Hof hinein.
Der Portier denkt dort mit Gebärde,
Da kommt mir eine schöne Herde.
Für eine kurze Besichtigung,
Erteilt er uns Bewilligung.
Hier mutet's uns gar märchenhaft,
Wär hat dies alles wohl geschafft?
Wo man sich her- und hinbewegt, .
Wie trifft man alles wohl gepflegt.
Den Hof wie auch den Park daneben,
Mit reizvoll angelegten Wegen.
Das Schloss besonders uns gefällt,
Sieht aus wie kürzlich neu erstellt.

Wir machen uns dabei Gedanken,
Solch Umtrieb, ja der kostet Franken.
Der Photohans der knipst wie wild,
Er macht von uns ein schiefes Bild.
's ist fraglich ob er wirklich alle
Auf der Platte hat vor jener Halle,
Wo prächtig Boden und die Wand,
Uns Zeuge sind von Künstlerhand,
Denn Marmor und Mosaikgestein,
Sind hier im Schlosse stark daheim.
's ist wirklich alles wunderschön,
So taxierte es der Metzger Höhn,
Doch würd' das noble Treiben,
Uns mit der Zeit verleiden,
Für uns ist es gescheiter,
Wir gehen wieder weiter.
Indessen erreichte unsere Spitze,
Ein Bierhaus bei der grossen Hitze.
Auf dem Schilde steht «Zum grünen Tal»
Hier sass der Präsi schon manches Mal.
  Ein jeder denkt, dies kommt gelegen,
Dem Motor muss man Brennstoff geben.
Der Halt wird aber kurz bemessen,
Schon mancher denkt ans Fische essen,
Die in der Pfanne wohl schon backen,
Von diesen möcht er recht einpacken.
Das Waaghaus zieht nun mächtig an.
Ein Teil ist uns schon weit voran
Und wirklich lässt uns jener Teil,
So richtig jetzt herab am Seil.
Die zwanzig braven Kameraden,
Die keine Fische wollten haben.
Da sitzen sie so recht gemütlich,
Tun sich an unsern Fischen gütlich.
Das war auch wohl das Maximum,
Manch einer blieb nun nicht mehr stumm
Und wetterte, ja auch mit Recht,
Denn diese Machenschaft war schlecht.
's war nicht gerade angenehm.
Den bösen Brüdern zuzusehn,

Die fröhlich, wie die Halbverrückten,
Die Gräte noch hinunterdrückten.
Dies mochte sich auch wirklich lohnen.
Bei jenen grossen Portionen.
Ja, wenn sie von den Fisch-Skeletten,
Nur heut noch etwas Schmerzen hätten.
Doch wär beim Fisch daneben kam,
War schliesslich nicht so übel dran.
Es gab ja auch noch dies und das,
Von Fleisch und Brot zu einem Glas.
Um vier Uhr kam der Kapitän
Und wollte uns im Waaghaus sehn.
Er prüfte unsre fünfzig Knaben,
Ob sie nicht schief geladen haben,
Den Zustand fand er wirklich gut
Und nahm uns auf in treue Hut.
Als auf dem Schiff fehlt keiner mehr,
Fuhr er mit uns hinaus aufs Meer.
Wir fühlten uns da schön geborgen,
Uns drückten wirklich keine Sorgen.
  Ans deutsche Ufer blickten wir,
Dort standen der Franzosen vier,
Die unsern Gruss uns wiedergaben,
An solch darf man Gefallen haben.
Als einer das Zeichen S S gab.
Da winkten jene zünftig ab.
Den Kurs nahm unser Schiff nach Westen,
Bald ist es wieder aus mit Festen,
Dann heisst es wieder spare.
Zur Fahrt im nächsten Jahre.
Doch weg mit solch Gedanken,
Was nützen uns die Franken,
Die wir aufs Büchlein legen
Und uns zu Haus nie regen.
Seit doch nicht gar so dumm,
Bald kommt die Versicherung,
Wo man mit fünfundsechzig dann,
Stets Geld erwarten kann.
Lass jetzt das Aug' geniessen
Und tu ihm nichts verschliessen,

Denn macht es Dir mal Schmerzen,
Hast Du noch Licht im Herzen,
Dann kannst bei all' dem Schweren,
Du vom Geschauten zehren.
Vor uns liegt Ermatingen,
Die Glocke tut erklingen
Von unserm Schiff, dem Kleinen bloss,
Geht's auf den Ueberseekoloss.
Das Schiff, das da geankert hat,
Das trägt den Namen unserer Stadt.
Wir setzen uns frei unter's Zelt,
Weil dort es uns halt gut gefallt.
Der Billetteur mit seiner Kasse,
Er schickt uns nach der dritten Klasse.
Er macht dazu ein ernstes Zeichen,
Wir müssen leider sofort weichen.
Jetzt schickt die Sonne ohne Schirm,
Direkte Strahlen uns aufs Hirn,
Für manchen war das eine Pein,
Der übermässige Sonnenschein.
  Zu was denn auf dem heissen Deck,
Die Kajüte wird zum Kühlversteck.
Von dort tönt tapferer Gesang,
Den vergiss ich nie mein Leben lang.
Am Anfang ist's noch so gegangen,
Dann hat es stärker angefangen,
's ist immer so wo Hähne stehn,
Da möchten alle lauter krähn.
Bis Stein am Rhein da ging's noch so,
Dort aber kam's Fortissimo.
Bedenklich krähte der Tenor,
Es schauderte mir grad das Ohr.
Die Bässe übertönten noch
Und drückten immer weiter hoch.
Ein solch, gepflegter Schiffschoral,
Den hört man nur ein einzigmal.
Dann aber kam der Schwurgesang,
Der fing noch einmal höher an,
Man fragte welcher Tierverein,
Muss unten eingeladen sein.

Da meinte einer mit Geschick,
Es ist die Bremer Stadtmusik.
Ja, Fröhlichkeit muss auch da sein,
Sie gehört zu einem Turnverein.
Jetzt ging es wieder sanft und glatt,
Schaffhausen zu, der Munotstadt.
Dort dreht der Steuermann den Kahn,
Der legt sanft am Schiffquai an,
Wir aber gehn' im raschen Flug,
Dem Bahnhof zu auf unsern Zug.
Dort fanden sich die Brüder,
Zur rechten Zeit dann wieder,
Ja, auch die Sängerknaben,
Die laut gelungen haben,
Die kommen nicht zur Ruh,
Sie singen immer zu.
  Zwar merkt man, dass ihr Turm,
Allmählich schwankt vom Sturm
Und einer deutet immer,
Mit seinem Zeigefinger,
Derweil ein Sang-Matrose,
Ihm 's Hemd zieht aus der Hose,
Doch dies währt nicht mehr lang,
Der Zug, der hält bald an,
Wir sind Ja schon daheim,
Jetzt heisst es stille sein.
Gar mancher nach dem Ausgang schielt,
Ob dort die Frau nicht schon befiehlt.
Nun aber nehmen sich die Mannen,
Gehörig und mit Ernst zusammen,
Ein jeder schreitet stramm daher,
Wie wenn es morgens sechs Uhr wär.

Ad. Winzeler

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9/2006 Männerriege Thayngen